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Teacupschweinchen  bzw. Minischwein                                           

Minischwein

Zwei Minischweine auf der Terrasse. Beide sind ca. zwei Jahre alt.

Als Minischweine (auch Teacup pigs/schwein genannt) bezeichnet man kleinwüchsige Hausschweine. Neben vielen originären Minischweinrassen bestimmter Regionen werden unter dem Begriff Minischwein vor allem Rassen und Linien zusammengefasst, die speziell für Versuchszwecke oder für die Hobbyhaltung gezüchtet wurden. Eine ebenfalls oft verwendete Bezeichnung für das Minischwein ist der englische Ausdruck Minipig.

 

Geschichte

Bereits im griechischen Altertum hat sich der Mensch die physiologischen und anatomischen Ähnlichkeiten zwischen Schwein und Mensch zu Nutze gemacht, um bestimmte humanmedizinische Zusammenhänge zu erforschen. Die Entstehung kleiner Schweinerassen erfolgte allerdings wesentlich später. Mit eine der ersten Rassen ist das Minnesota Minischwein, welches in den 1940er Jahren in den USA entwickelt wurde (Dettmers et al., 1965; Dettmers et al., 1971). Nach ihm folgten viele andere. Das Ziel aller Züchter war es, ein handliches Versuchstier zu züchten, welches auf Grund der anatomischen Ähnlichkeiten zum Menschen mit anderen Versuchstieren der großen Gruppe der Nicht-Nager konkurrenzfähig ist. Die Vorteile gegenüber großen Schweinen sind der geringere Platzbedarf, die bessere Handhabung während der Versuche, geringere Futterkosten und vor allem niedrigere Versuchskosten, da bei der Entwicklung neuer Medikamente die Dosierung nach dem Körpergewicht erfolgt.

 

Abstammung und Größe

Minischweine

Grundsätzlich stammen alle domestizierten Schweine, also auch die Minischweine, vom Europäischen oder Asiatischen Wildschwein ab (Porter, 1993). Die Größe bzw. das Körpergewicht ist von Rasse zu Rasse sehr verschieden. Man kann Minischweine jedoch grob als Schweine mit einem Körpergewicht bis zu 100 kg einteilen.

 

Minischweinrassen

  • Göttinger Minischwein
  • Münchner Miniaturschwein
  • Vietnamesisches Hängebauchschwein
  • Minnesota Minipig
  • Panepinto
  • Ohmini
  • Clawn
  • Hanford
  • Yucatan
  • Mini-Sib
  • Pitman-Moore
  • Guinea Hog
  • Amerikanisches Minischwein

Bezeichnungen wie „Bergsträsser Knirps“ oder „Wiesenauer Minischwein“ sind keine Garantie für Rassestandards und können allenfalls als Zuchtlinie gewertet werden. Die Namen weisen lediglich auf die Herkunft der Tiere hin und sind von den Züchtern selbst gewählt.

 

 

Ernährung

Minischweine sind wie alle ihre Artgenossen grundsätzlich Allesfresser. Das Füttern von Fleisch und Küchenresten ist jedoch wegen der Gefahr einer Seuchenübertragung gesetzlich verboten.

Schweine sind immer hungrig. Deshalb ist eine ausgewogene Futtermenge wichtig. Pro Tag genügen ein bis zwei Prozent des Körpergewichtes zur Ernährung. Mastfutter, wie es bei der Schweinemast verwendet wird, ist dafür ungeeignet. Stattdessen bieten sich viel Obst und Gemüse an, sowie Bruchmais, Weizenkleie, Joghurt, Milch, Karottenpellets und spezielles Minischweinefutter für langlebige Schweine (Garvo). Grundsätzlich brauchen Minischweine auch Gras oder Heu. Eine Form der Belohnung stellen Rosinen, Käse und Rührei dar. Rosinen sollte man aber wegen des hohen Zuckergehalts nur selten geben. Wichtig ist für ein Schwein, dass es eine abwechslungsreiche Ernährung (nicht nur Obst und Gemüse) bekommt und vor allem ausreichend.

Jungschweine erhalten am besten Ferkelkorn. Ferkelstarter, ein in der Landwirtschaft verwendetes spezielles Kraftfutter für Ferkel, die bereits nach 24 Tagen von der Muttermilch abgesetzt werden, ist für Minischweinferkel nicht geeignet.

 

Heimtierhaltung

Die Heimtierhaltung von Minischweinen begann vor einigen Jahren in Amerika und verbreitet sich zunehmend auch in Europa. Problematisch ist dabei, dass diese Tiere trotz ihrer geringen Größe und der Bindung an den Menschen gesetzlich im Nutztierstatus stehen und sämtlichen Bestimmungen unterliegen, die für die Landwirtschaft gelten. Das beinhaltet entsprechende Vorschriften bei der Einzäunung des Geländes, der Fütterung, der Meldung bei behördlichen Institutionen sowie staatlich angeordnete Keulungen im Seuchenfall.

Bei früher Gewöhnung kein Problem: Hund und Göttinger Minischwein

Grundsätzlich sollte keine reine Wohnungshaltung erfolgen. Das Minischwein hat ähnliche Bedürfnisse wie ein normales, großes Schwein. Deshalb benötigen sie einen Auslauf, der mindestens 100 m² pro Schwein misst. So ist eine trockene Stallung im Außenbereich ebenso wichtig wie Stroh und eine Weide bzw. ein Garten. Einzelhaltung ist aufgrund der Schweinehaltungshygieneverordnung nicht erlaubt, wird im Hobbybereich aber leider oft praktiziert. Minischweine sind – wie alle Schweine – soziale Tiere und brauchen die Nähe zu Artgenossen. Auch das Zusammenleben mit Hunden, Katzen oder anderen Haustieren ist in der Regel möglich, wenn man sie nur früh genug mit ihnen in Kontakt bringt. Ihre wildlebenden Artverwandten, die Wildschweine, leben in familiären Gruppen, den sogenannten Rotten, in denen eine feste Rangordnung herrscht. Bei der Haustierhaltung ist deshalb darauf zu achten, den Schweinen zu zeigen, dass man sozusagen der Rangerste, also der Rottenführer ist.

Um die Schweine zu beschäftigen, empfiehlt sich das sogenannte Clickertraining. Hierbei wird, wenn man dem Schwein beispielsweise beibringen möchte, einen Ball zu kullern, jede richtige Handlung des Schweines mit einem Click, der mit Hilfe eines Clickers erzeugt wird, und einem anschließenden Leckerli belohnt. Wenn es dann den Ball berührt hat, bekommt es ein paar mehr Leckerlis als zuvor.

Impfungen gegen Tollwut in tollwutgefährdeten Gebieten und Rotlauf sollten möglichst regelmäßig durchgeführt werden.

 

Weblinks

 Commons: Minischweine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Minischwein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

 Quelle: Wikipedia Minischwein

 

Oink, oink!